Wenn aus Opfern Täter werden??? Was ist in der Pflege los? Das darf nicht sein!

Ich lese und höre inzwischen fast täglich von Heimen und Häusern, in denen die Zustände für die Patienten untragbar und gefährlich sind. Pflegende leiden hier vermeintlich stillschweigend mit, ertragen irgendwie die Situation und fühlen sich als „Opfer“ eines nicht mehr beeinflussbaren Systems. Wie kann Pflege Zustände dieser Art ertragen, frage ich mich… Warum suchen Pflegekräfte immer wieder die Opferrolle, wenn es um Argumentationen in diesem Thema geht. Pflege hat einen helfenden Hintergrund und von jeher doch auch einen eigenen Berufsethos. Gibt es den noch wirklich in unserem Land? Ist er überhaupt innerhalb der Berufsgruppe bekannt? Wie können wir zulassen, dass Menschen in diesem Land mit eitrigen Wunden ohne sachgemäße Verbände, in eigenem Kot und Urin- wie jüngst aus Frankfurt berichtet- mit einem Minimum an Zuwendung gefährlich gepflegt werden. Und das in einem Land, was nicht wirklich als Land der Dritten Welt bezeichnet werden kann und Milliarden in der Wirtschaft umsetzt.

PFLEGEKRÄFTE haben mit ihrer Berufswahl Verantwortung übernommen! Für den Nächsten, den Sie pflegen, und für sich selbst. Beides erscheint mir, offensichtlich in Pflegeblogs und anderen Medien zu verfolgen, in vielen Berufsbereichen  wenig  bis kaum vorhanden. Folgende Aussagen lassen sich im Zusammenhang mit dem Thema und in großem Umfang in den Blogs herausfiltern:

  • Ich habe Angst, gekündigt zu werden, wenn ich etwas sage
  • Wir können da nichts machen, wir haben kein Personal
  • Dafür ist kein Geld da und dafür sind die oben zuständig
  • Die Politik schafft nicht den richtigen Rahmen
  • … und ich könnte es so unendlich fortsetzen!!

Und hier möchte ich mal ansetzen und Fragen stellen an genau DIESE Pflegekräfte.

Was ist hier los, was ist passiert? Ich habe es mit vermeintlich erwachsenen und selbständigen Menschen zu tun, in einem Land mit Meinungsfreiheit und Rechten, die offensichtlich die Augen vor unmenschlichen Zuständen verschließen um sich selbst, ihren Arbeitsplatz und somit Profit zu schützen und NICHTS tun. Unterlassen ist eine Form der Körperverletzung! Wir werden selbst zu Mittätern des Systems, wenn wir bei solchen Zuständen nicht den Mund aufmachen und so etwas auch gesellschaftlich anprangern. Und dies geht, wie Frankfurt zeigt, auch anonym, wenn man denn wirklich etwas verändern will!

Es macht mich zornig, wenn ich sehe, wie Pflegende sich immer mehr als Opfer darstellen und damit dann selbst zu Tätern werden. Wenn Menschen hungern und verwahrlosen, unter Hilfestellung der Pflege, erinnert mich das an Zeiten, die längst vergangen sein sollten. Die Geschichte lehrt uns, dass wir Pflegenden uns vor Jahrzehnten einem System unterworfen haben und zu Mittätern wurden. Wir haben ein System gestärkt, was Schwache und Kranke anfangs verwahrlosen hat lassen und in der Folge VERNICHTET hat. Wie weit muss es kommen, dass Pflegende in ihrem Umfeld den Arsch in der Hose haben(!), man verzeihe mir diesen Ausdruck, sich verantwortlich an Ihre Vorsätze und Gedanken zu erinnern, warum sie einstmals diesen tollen Beruf für sich gewählt haben???

Wenn der Job vor der würdevollen und angemessenen Versorgung des  Patienten als Grund des Nichthandelns genannt wird, stellen derjenige dann nicht selbst Profit vor Menschlichkeit? 😉

Jeder kann in seinem Umfeld wirken und seinen Beruf, samt seiner eigenen Meinung und Einstellung vertreten, wenn er will. Ein Arbeitgeber, der diese hier genannten Ängste beim Personal auslöst, ist nicht Arbeitgeber, sondern Sklaventreiber! Betrachtet man den Stellenmarkt (z.B. Bilbliomed) findet man inzwischen sehr gute Angebote und sogar herausragende und über die eigentliche Arbeitsstelle herausgehende Boni und Unterstützungen für Pflegekräfte aller Art. Viele gute ARbeitgeber suchen händeringend nach gutem Personal, welches sie auch selbst pflegen, da sie den WERT, den eine Pflegekraft hat, erkannt haben.

Aber es gehören eben auch Selbstverantwortung und ein klein bisschen Mut dazu, etwas am eigenen „Opfer sein“ zu ändern! Versucht es, es kann doch oft kaum schlimmer werden….

Macht Euch nicht zu Tätern in diesem System, steht auf und klagt es an- Wir haben schon mal weggesehen!!!

 

 

 

 

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5 Comments on “Wenn aus Opfern Täter werden??? Was ist in der Pflege los? Das darf nicht sein!

  1. WAS IST IN DER PFLEGE LOS? DAS DARF NICHT SEIN!
    Seid 35 Jahren arbeite ich in der Pflege , weder Opfer noch Täter ,dennoch mit „aufrechtem Gang und empathischen Tun“ . Kündigen oder gar sich zermürben lassen ? Das „System“
    Gesundheitswesen ist nun mal mein Arbeitgeber ,der mein Einkommen sichert. Mir und den vielen anderen Menschen in der Kranken und Gesundheitspflege. „Weck-schauen“ der vielen „Helfer “ NEIN ! Hin-schauen vor allem der Angehörigen, Elten, Ehepartner, Freunde und Betreuer. Das ist Mut!

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  2. Schließe mich an, ohne Einwände! Mangelndes Selbstbewusstsein in der Pflege muss schon in den Berufsfachschulen gestärkt werden!!

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  3. Es wird immer Menschen geben,die ihren Frust an hilflosen Menschen auslassen.Traurig aber wahr.Da heißt es für diejenigen immer Augen und Ohren offen lassen und bei Missständen die Vorgesetzten informieren.Nicht bespitzeln ,nur sensibel bleiben / sein.

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  4. Ich vertrete seit 12 Jahren eine würdevolle Pflege-emphatisch u respektvoll muss jeder Mensch sein gegenüber treten. Ich habe mich nie stillschweigend gezeigt wenn es Mängel oder unvertretbares gab. Zur Not mit heimaufsicht um es unterbinden zu lassen. Am Ende habe ich erhebliche Nachteile gehabt aber ich konnte mit gehobenen Kopf als Fachkraft gehen und erstmal zur Qualitätsverbesserung des Heimbewohnerlebens beitragen!!

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