Ausgebrannt im Ehrenamt

Ausgebrannt im Ehrenamt!

FÜR ZISKA! 😉

 

Aus der Pflege bin ich raus,

ich dacht: „Ich halt es nicht mehr aus!“

Im Sinne Burn- out Prävention,

erscheint´s mir jetzt als reiner Hohn.

 

Denn geprägt von meiner Zunft,

helf´ ich Montags in der Flüchtlingsunterkunft.

Erstausstattung, Klamotten sortieren,

bei den Namen den Überblick verlieren.

 

Damit meine Kinder auch nicht weinen,

heisst es, Dienstag beim Schulfest erscheinen.

Mit Kuchen und zwei Stunden Zeit,

da ab drei zum Cafe- Dienst dort keiner mehr bleibt.

 

Und im Vorstand vom Wassersportverein

soll ja vormittags die Jahresbilanz noch sein,

denn hartes Finanzrecht wird angewandt,

und der e.V. sonst aberkannt.

 

Besprechung von Kasse und Belegen,

und wie wir nächstes Jahr die Termine legen.

Müll sammeln und Ferienspiele steh´n an,

damit Gemeinnützigkeit nachgewiesen werden kann.

 

Mittwochs ist dann der Deutschkurs dran,

dass die Integration auch gelingen kann.

Spannend ist es, dort zu stehen,

verschiedenen Kulturen zuzusehen.

Hierbei habe ich mal anzumerken,

oft liegen nicht in der eig´nen Kultur die Stärken.

Denn die, die für Geld das Ganze verwalten,

weder freundlich grüßen, noch die Tür aufhalten.

 

Sie geh´n  an dir vorbei, total glatt und blank

Und lassen dich steh´n ohne jeglichen Dank.

Doch diejenigen, die nehmen die Hilfe  an,

erinnern sich immer und ewig daran.

 

So schrieb ich einen Brief nach oben,

nicht, um mich darin zu loben,

wird doch soziales Engagement,

von der Politik noch stark verkennt.

 

Und direkt sage ich darin:

Ich finde das peinlich, ich finde es schlimm!

Und sag Euch hiermit ins Gesicht,

so ein Umgang gefällt mir nicht.

 

Dann wär da noch Demographie,

wir werden so schnell alt, wie nie!

Und in meinem Dörfchen auf dem Land,

hat man das Problem erkannt.

 

Doch darüber in Hessen ein Schutzschirm steht,

sodass mit Eigenfinanzen sich gar nix bewegt.

Und da ich ja studier, wie´s geht,

hab´ ich mir also überlegt:

 

Ich erstell´ ein Konzept, um die Leut´ zu versorgen,

damit hab´ ich auch vorgesorgt für morgen!

Und nach vier Jahren Vorarbeit,

war es schließlich dann soweit:

 

Mit dem Musikschulenverein

sollte das erste Projekt dann sein.

Generationen verbinden durch Musik,

dass die Demenz keine Chance kriegt.

 

Damit man Grundkapital erhält,

beantragt man dazu Fördergeld.

Und im großen Bundesmysterium

übernahm dies das Familienministerium.

 

Dazu drei Tage nach Berlin,

mit dem ICE geht´s hin.

Bahnverspätung, Koffer tragen,

sich als Dorfkind in die Großstadt wagen.

 

Aus dem Bahnhof raus- Berlin!

Seh´ ich am besten gar nicht hin.

Obdachlose, wo Du stehst,

und ins Regierungsviertel gehst.

 

Warum will das keiner seh´n?

Füße heben- drübergeh´n?

Schnell zu den Bundesämtern streben,

um die Diäten anzuheben.

 

So helf´ ich auch in dieser Not,

geh´ in den Rewe, hole ein Brot.

Und gemeinsam stimmen wir ein Liedchen an,

wir, und der obdachlose Mann.

 

Samstags abends heimgekommen,

so schnell war die Zeit verronnen.

Und für Sonntag dann den Stand,

den wir für den Weihnachtsmarkt erlangt,

 

aufgebaut und aufgepeppt,

Verkaufsartikel hingeschleppt.

Den ganzen Sonntag dort verbracht,

abgebaut bis in die Nacht.

 

Die Beziehung die kriselt schwer,

denn mein Mann ist ja auch bei der Bürgerwehr.

Denn bei der örtlichen Polizei,

sind sie im Resturlaub oder im frei.

 

Wo sind denn all die tollen Sachen,

die das Ehrenamt so einfach machen?

Ich selbst hab´s viel zu spät erkannt,

vom Helfersyndrom überrannt-

 

Fühl ich mich ausgenutzt,

und ausgebrannt!

IM EHRENAMT!

 

 

 

Eva- Maria Endruweit, Dezember 2016

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