Was ist Gesundheit- Teil 3

Heute betrachten wir uns die Definition der Psychiatrie, auch dort gibt es eine eigene Sichtweise und Beschreibung von Gesundheit.

„Gesund oder normal ist derjenige, der sich vorgegebenen gesellschaftlichen Normen entsprechend verhält. “

Ähnlich wie in der Soziologie (Teil2) spielt die gesellschaftliche Dimension hier eine wichtige Rolle in Bezug auf die Gesundheit und auch wieder zeigt sich die Krux bezogen auf Normen und Orientierungsrahmen…. Halte ich mich an die Norm und die gesellschaftlichen Regeln bin ich gesund, gelingt das aus welchen Gründen auch immer nicht, bin ich krank. Das erklärt auf jeden Fall die rasante Zunahme psychischer Erkrankungen in der Statistik…. Was ist denn die gesellschaftliche Norm?

Und von welcher Gesellschaft reden wir in diesem Zusammenhang? Es gelten in verschiedenen Gesellschaften sehr unterschiedliche Normen. Nehmen wir an, aufgrund eines Trauerfalles geht jemand in Istanbul an eine Mauer, kniet hin, klagt laut und betet und jammert. Vollkommen normal, kerngesund! In Istanbul! Machen Sie das mal am Kölner Dom, da kommt der Krankentransport aber ganz schnell!!!

Und wie sieht das generell aus in einer mulit-kulti- Gesellschaft? Gibt es nun multi-kulti- Normen? Ist ein kulturell anders geprägter Mensch, der hierzulande SEINE kulturellen Normen beachtet, die aber hier nicht gelten, nun krank, z.B. alle muslimischen Frauen mit Kopftuch?

Früher galt zum Beispiel jemand, der niemandem die Hand gibt, in unseren Breitengraden als schlecht erzogen oder sich nicht der Norm entsprechend verhaltend. Heute trägt zum Beispiel die Aktion No- Handshake zu einer Keimreduktion in gewissen Organisationen und Institutionen bei und ist gesund und gewollt.

Oder wie ist es in einer alternden Gesellschaft? Und einer Gesellschaft, deren Staatskasse zunehmend finanzschwächer wird? Welche Normen gelten da? Und was ist die Norm in 20 Jahren? Welche Werte werden wichtig sein, wenn viele Alte viel Geld kosten und die wenigen Jungen dies schultern müssen? Wird Leben dann wieder nach Wert oder Unwert eingestuft? (Ich erinnere: Das gab´s schon mal hierzulande!!!)

Und wer bleibt gesund in einer Gesellschaft, in der Terror und Angst auf der Tagesordnung stehen und Meinungsfreiheit zum Nachteil wird? Und vor allem wie? Kann man sich da anpassen, davor schützen oder gar Prävention betreiben?

Wer ist nach dieser Definition nun krank und wer gesund? Das kann man nicht mehr wirklich  überblicken oder einordnen, finde ich…. Jeder verhält sich mal entgegen gesellschaftlichen Normen und das ist vollkommen normal und auch in Ordnung, solange keiner dadurch Schaden erleidet.  Außerdem wandeln sich auch Normen durch die Zeit oder durch situative Umstände. Was vor 30 Jahten galt, muss heute nicht mehr zwingend gelten. Und kann nicht auch die Gesellschaft selbst erkranken? Wenn es keine transparenten Normen gibt und/ oder auch wichtige Werte nicht mehr vermittelt oder auch geduldet werden? Ist dann der Einzelne krank oder das System? Das wäre dann wohl eine Systemkrankheit, die in den meisten bekannten Fällen langsam und schleichend beginnt, aber dann auch fast immer chronisch verläuft! 😉 Passen wir auf!!! 😉

Wieder nicht zufriedenstellend, diese Definition… Na ja…morgen schauen wir weiter!!!

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