Wenn aus Opfern Täter werden??? Was ist in der Pflege los? Das darf nicht sein!

Ich lese und höre inzwischen fast täglich von Heimen und Häusern, in denen die Zustände für die Patienten untragbar und gefährlich sind. Pflegende leiden hier vermeintlich stillschweigend mit, ertragen irgendwie die Situation und fühlen sich als „Opfer“ eines nicht mehr beeinflussbaren Systems. Wie kann Pflege Zustände dieser Art ertragen, frage ich mich… Warum suchen Pflegekräfte immer wieder die Opferrolle, wenn es um Argumentationen in diesem Thema geht. Pflege hat einen helfenden Hintergrund und von jeher doch auch einen eigenen Berufsethos. Gibt es den noch wirklich in unserem Land? Ist er überhaupt innerhalb der Berufsgruppe bekannt? Wie können wir zulassen, dass Menschen in diesem Land mit eitrigen Wunden ohne sachgemäße Verbände, in eigenem Kot und Urin- wie jüngst aus Frankfurt berichtet- mit einem Minimum an Zuwendung gefährlich gepflegt werden. Und das in einem Land, was nicht wirklich als Land der Dritten Welt bezeichnet werden kann und Milliarden in der Wirtschaft umsetzt.

PFLEGEKRÄFTE haben mit ihrer Berufswahl Verantwortung übernommen! Für den Nächsten, den Sie pflegen, und für sich selbst. Beides erscheint mir, offensichtlich in Pflegeblogs und anderen Medien zu verfolgen, in vielen Berufsbereichen  wenig  bis kaum vorhanden. Folgende Aussagen lassen sich im Zusammenhang mit dem Thema und in großem Umfang in den Blogs herausfiltern:

  • Ich habe Angst, gekündigt zu werden, wenn ich etwas sage
  • Wir können da nichts machen, wir haben kein Personal
  • Dafür ist kein Geld da und dafür sind die oben zuständig
  • Die Politik schafft nicht den richtigen Rahmen
  • … und ich könnte es so unendlich fortsetzen!!

Und hier möchte ich mal ansetzen und Fragen stellen an genau DIESE Pflegekräfte.

Was ist hier los, was ist passiert? Ich habe es mit vermeintlich erwachsenen und selbständigen Menschen zu tun, in einem Land mit Meinungsfreiheit und Rechten, die offensichtlich die Augen vor unmenschlichen Zuständen verschließen um sich selbst, ihren Arbeitsplatz und somit Profit zu schützen und NICHTS tun. Unterlassen ist eine Form der Körperverletzung! Wir werden selbst zu Mittätern des Systems, wenn wir bei solchen Zuständen nicht den Mund aufmachen und so etwas auch gesellschaftlich anprangern. Und dies geht, wie Frankfurt zeigt, auch anonym, wenn man denn wirklich etwas verändern will!

Es macht mich zornig, wenn ich sehe, wie Pflegende sich immer mehr als Opfer darstellen und damit dann selbst zu Tätern werden. Wenn Menschen hungern und verwahrlosen, unter Hilfestellung der Pflege, erinnert mich das an Zeiten, die längst vergangen sein sollten. Die Geschichte lehrt uns, dass wir Pflegenden uns vor Jahrzehnten einem System unterworfen haben und zu Mittätern wurden. Wir haben ein System gestärkt, was Schwache und Kranke anfangs verwahrlosen hat lassen und in der Folge VERNICHTET hat. Wie weit muss es kommen, dass Pflegende in ihrem Umfeld den Arsch in der Hose haben(!), man verzeihe mir diesen Ausdruck, sich verantwortlich an Ihre Vorsätze und Gedanken zu erinnern, warum sie einstmals diesen tollen Beruf für sich gewählt haben???

Wenn der Job vor der würdevollen und angemessenen Versorgung des  Patienten als Grund des Nichthandelns genannt wird, stellen derjenige dann nicht selbst Profit vor Menschlichkeit? 😉

Jeder kann in seinem Umfeld wirken und seinen Beruf, samt seiner eigenen Meinung und Einstellung vertreten, wenn er will. Ein Arbeitgeber, der diese hier genannten Ängste beim Personal auslöst, ist nicht Arbeitgeber, sondern Sklaventreiber! Betrachtet man den Stellenmarkt (z.B. Bilbliomed) findet man inzwischen sehr gute Angebote und sogar herausragende und über die eigentliche Arbeitsstelle herausgehende Boni und Unterstützungen für Pflegekräfte aller Art. Viele gute ARbeitgeber suchen händeringend nach gutem Personal, welches sie auch selbst pflegen, da sie den WERT, den eine Pflegekraft hat, erkannt haben.

Aber es gehören eben auch Selbstverantwortung und ein klein bisschen Mut dazu, etwas am eigenen „Opfer sein“ zu ändern! Versucht es, es kann doch oft kaum schlimmer werden….

Macht Euch nicht zu Tätern in diesem System, steht auf und klagt es an- Wir haben schon mal weggesehen!!!

 

 

 

 

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Salutogenese ist kein Käse!!!

Über Krankheit wissen wir täglich mehr, doch wo kommt die Gesundheit her?

Sie fällt einem eigentlich erst auf, geht sie durch ne Krankheit drauf….

Erst wenn sie nachlässt und schnell schwindet, der Mensch bewusst erst dann sich findet.

Sie zu pflegen und zu erhalten, das Umfeld für sich zu gestalten,

sind als Basis die wichtigsten Stücke, zu füllen die Gesundheitslücke.

Kannst Du verstehen was passiert und wie alles funktioniert,

und siehst Du wieder einen Sinn, dann ist Gesundheit Dein Gewinn!

 

Versuche, was stresst, zu reduzieren und Schädliches zu minimieren,

die Ressourcen zu stärken und zu erhalten und Dich mal wieder frei zu entfalten.

Achte auf alles, was positiv ist, damit auch das Glück dich dabei nicht vergisst.

Und was schadet, das schiebe weit von Dir weg, das ist der salutogenetische Zweck.

Und die Salutogenese, ist alles andere, als Käse,

sie kann in allen Lebenswelten, als Ansicht und auch Grundsatz gelten,

denn wer es sieht, das „volle Glas“ – der bleibt gesund und hat noch Spaß!“

 

©KrankeSchwester 2015

 

 

 

Ein Fehler in der Matrix???

Ich hab ne Krise! –

„Geboren in den 70ern bin ich… Und habe dann Krankenschwester gelernt…. Nach 10 Jahren wurde ich Lehrer in der Pflege…auch nun schon 12 Jahre… (Mann, wie die Zeit vergeht!)

Und in all diesen Rollen habe ich gelernt und auch immer wieder selbst gelehrt, wie wichtig Werte, Würde, Unterstützung und Verantwortung sind. Dem Schwächeren zur Seite stehen, Hilfe anbieten und Respekt den lebenden wie sachlichen Dingen gegenüber entgegenbringen….

Heute Morgen bin ich dann aufgewacht- eigentlich gut! Aber … irgendwie beschleicht mich das Gefühl, ich bin deportiert worden?! Bin auf dem falschen Stern gelandet…. Auf einem fremden Planeten….? In einem fremden, unbekannten Universum?  Ich habe keine Orientierung und alle um mich herum sprechen eine andere, mir vollkommen fremde Sprache!!! Das macht ein echt mulmiges Gefühl! Ich habe Angst…

Ich schaue aus dem Fenster, aber es sieht aus, wie gestern auch und wie letzte Woche… Hmmm

Erst habe ich es gar nicht so recht bemerkt, aber langsam, nämlich heute Morgen!-  komm ich, glaube ich, dahinter….

Kennen Sie Matrix? Irgendetwas stimmt nicht…? Psst, es hat sich was verändert!!!

Vielleicht lässt auch irgendein Medikament langsam nach? Beginnt so vielleicht Demenz?

Fragen über Fragen!!! Vielleicht ist es auch eine verzögerte Wirkung bewusstseinsverändernder Substanzen in Jugendjahren? Wer weiß, er weiß…. Hmmmm!

Jedenfalls sind all diese oben aufgezählten und mir  so wichtigen Faktoren und Gepflogenheiten, von denen ich glaubte, sie seien richtig und leitend,  im Rahmen des Zusammenlebens irgendwie verschwunden. Ich finde sie zumindest an vielen Stellen nicht mehr!!! DIE WAREN ABER MAL DA! Und jetzt????? WEG!!!!!

Dinge, die früher in der Schule galten, gelten heute scheinbar nicht mehr und Umgangsformen, die früher schlichtweg einer guten Kinderstube zugeschrieben wurden, trainieren heute Sozialtrainer und Ergotherapeuten für unermessliche Kosten in allen Altersklassen und durch alle Generationen hinweg aufgrund irgendwelcher- von wem auch immer- gestellten Diagnosen, irgendwelchen Menschen an…

Viele Grundrechte sind im Alltag vermeintlich zu einem Fremdwort geworden… Aus Schwächeren wurden „Opfer“! Ein Wort, welches momentan sicher eines der am Häufigsten verwendeten auf deutschen Schulhöfen ist….

Was ist da passiert? Wodurch entsteht so ein Wandel? Und was kann man dagegen tun???

Wir müssen wieder beginnen, umzudenken, den „sozialen Gedanken“ anstatt des „monetär, wirtschaftlichen“ leben und genau hin sehen, wenn wichtige staatliche Säulen wie Demokratie, Bildung und Sozialgedanke beginnen ins Wanken zu geraten. Wir brauchen eine neue „alternative Revolution“, die als Hauptziele eine saubere Umwelt, Frieden, Menschlichkeit und Demokratie einfordert, gegenüber schleichender Korruption, Volksverblödung und Konsum.“

©KrankeSchwester 2015

Die KrankeSchwester und der AltePfleger- zum Nachdenken ;-)

Die KrankeSchwester hatte großen Hunger. Es war Mittagszeit und sie beschloss, schnell auf dem Weg zur Spätschicht im Bistro am kleinen Marktplatz einzukehren und etwas zu essen. Das Lokal war recht gefüllt und ihr Blick schweifte durch den Raum. Am Fenster, an einem Tisch in der Ecke saß ein Herr, den sie schon öfter gesehen hatte. Sie kannte ihn nicht, doch sie wusste, dass er bereits seit vielen Jahren im Seniorenstift um die Ecke arbeitete. Traurig sah er aus und sehr, sehr müde. Da dort ein schöner Fensterplatz war, ging sie hinüber und fragte: „ Hallo, Entschuldigung, ist der Platz noch frei? Darf ich mich zu Dir setzen?“

Der Herr schaute auf und nickte stumm. Er musterte die KrankeSchwester genau, als sie sich setzte und sich den Stuhl zurecht rückte. „Danke, dass ist nett von Dir“, sagte sie und der AltePfleger fragte:“ Warum setzt Du Dich ausgerechnet zu mir und an meinen Tisch? Es sind doch noch Plätze frei…“

Die KrankeSchwester überlegte kurz: „Weißt Du, wir sind beide müde und überarbeitet“, sagte sie. „Wir haben also was gemeinsam!“, fügte sie mit einem verschmitzten Lächeln hinzu. Der AltePfleger schaute irritiert auf. „Wenn ich, die KrankeSchwester und Du, der AltePfleger an einem Tisch sitzen, hat das Vorteile.“ „Was sollen denn das für Vorteile sein?“, fragte der AltePfleger verdutzt.

„Aber hallo, pass mal auf“, lachte da die KrankeSchwester, „ wenn wir zusammen an einem Tisch sitzen, ist das besser als alleine zu essen. Gemeinsam schmeckt es einfach besser. Gemeinsam klappt alles besser. Wir können unser Essen gemeinsam bestellen, vielleicht geht es dann schneller…. Wenn wir uns etwas teilen, was alleine keiner schafft, wird es sogar günstiger. Wir können miteinander reden und ins Gespräch kommen, wem was am besten schmeckt oder wie es jeder selbst gerne hätte und letztendlich profitieren auch die anderen Menschen hier und das Lokal, denn sie haben einen freien Tisch mehr!“

Der AltePfleger schaute erst groß, dann begann auch er, zu lachen. „Störe ich Dich?“, fragte die KrankeSchwester nochmals rücksichtsvoll, „ich kann mich auch gerne woanders hin setzen…“

„Nein, es ist gut so“, sagte der AltePfleger, „lass uns bestellen, wir müssen gleich arbeiten!“ 😉

©KrankeSchwester 2015 

Was ist Gesundheit- Teil 4

Die Vorstellung, was Gesundheit ist, veränderte sich im Lauf der Geschichte und der Epochen. Auch innerhalb der Kulturen unterscheiden sich die Kriterien, die gesund oder krank bedeuten….

Im Mittelalter definierte man nicht Gesundheit, sondern die Krankheit.

Krankheit ist Folge von Sünde! Sie ist nicht sinnlos, sondern verlangt Deutung als von Gott gesandte Versuchung.

So ein Quatsch, sagt hier manch Einer…. Vollkommen überholt, sagt ein Anderer…. Sehen wir genauer hin! Wie gehen wir damit um, mit all unserem wissenschaftlichen Hintergrund und medizinischem Fortschritt? Ist der Schwule nicht selbst SCHULD!, wenn er HIV- positiv ist? Der Raucher ist SCHULD!, wenn er Lungenkrebs bekommt. Unsere sogenannten „Wohlstandskrankheiten“ sind Folge jahrelanger Sünde,oderr? Schuld und Krankheit stehen daher auch heute noch oft in unmittelbarem Zusammenhang. Sicher ist Gott heute mehr oder weniger außen vor, aber oft stellt sich der Mensch selbst in großem Leid die Frage: Was habe ich falsch gemacht? Was habe ich getan bzw. wo habe ich gesündigt, das ICH SO BESTRAFT werde? Bestraft von wem? Da haben wir Gott scheinbar doch noch im Spiel…. Und mancher fängt wieder an zu beten, der es jahrelang für kindisch hielt…..

Schuld bedeutet Stress und Stress schadet der Gesundheit. Und Stress ist kein Gefühl, sondern, wie in vielen Studien wissenschaftlich erwiesen, ein KRANKHAFTER ALARMZUSTAND DES KÖRPERS! Besteht ein solcher Zustand über Jahre, ist er gleichzusetzen mit einer chronischen Krankheit.

Beschauen wir mal unser heutiges, modernes System bezogen auf Schuld und damit verbundenem Stress. Der Teufelskreis beginnt bereits im Kindesalter. Als Beispiel blicken wir mal hierzulande ins Schulsystem. Viele Kinder, Eltern und Lehrer leben viele Jahre in Schuldgedanken! Eine infame Behauptung? Ich sage nein, denn an vielen Beispielen kann man hier die Entstehung von Krankheiten nachvollziehen und die Gesundheit und Lebensfreude (was UNMITTELBAR auch zusammenhängt!) verschwinden sehen…. Durch Normierung, Perfektionismus und damit verbundenem Leistungsdruck ist hier der Stress für alle Beteiligten oft enorm!

Betrachten wir zuerst das Kind- der Samen- der zu einer gesunden starken Pflanze heranwachsen soll- der gehegt und gepflegt werden muss und unter Bedingungen, die das auch zulassen…. Bereits im Kindergarten werden unsere Kleinen Normen und statistischen Vergleichen ausgesetzt, die alles, was dort nicht hineinpasst, als unnormal oder therapiebedürftig darstellen. Wenn gewisse Vokale oder Konsonanten nicht deutlich gesprochen werden, wird der Logopäde empfohlen. Sollten vermehrt soziale Konflikte im Vordergrund stehen, gehts zum Psychologen und wenn das mit dem Schuhe binden bis zum 5. Lebensjahr nicht klappt, zieht man am Besten mal den Ergotherapeuten hinzu… (?) Und schon hier fühlt es sich schuldig, es fühlt sein Versagen und nicht sein Wachsen. Auch der Terminkalender lässt bei vielen der Kleinsten schon keine Entfaltung von Freiheiten mehr vor- wichtige Möglichkeiten des normalen Lernens und Erlebens werden hier genommen und durch übertriebene Formung und Überplanung zunichte gemacht. Und vieles, ob Schwimmen, Instrument spielen oder Englischunterricht im Vorschulalter dienen nicht der Entfaltung, sondern dem Bestehen gegenüber einer (vermeintlichen?) Konkurrenz. Der Termindruck führt wiederum zu Streß und bei Versäumnissen zu Schuld und Demotivation. Wird das Kind dem nicht gerecht, entsteht ein Schuldgefühl gegenüber den Eltern, die soviel für den Unterricht bezahlen und doch nur das Beste wollen. Wieder versagt!

In der Schule ist dann der Lehrplan das Mittel zum Wachsen und Gedeihen. Entwicklung bedeutet Erfüllung von Lernstandartvorgaben. Alles, was da nicht passend erscheint, wird zur Entwicklungsstörung… Kinder mit einem hohen Bewegungsdrang, die nicht stillsitzen, werden Diagnosen wie ADS behaftet. Sie erhalten Medikamente, um einen lebensfernen und entgegen jeder physiologischen Entwicklung gestalteten Lehrplan, nicht zu stören. Und bis dahin haben sie schon einen sehr stressigen Weg hinter sich. Und so wird Krankheit wahrlich zur Folge von Sünde! Nämlich durch die Sünde einer ganzen Gesellschaft….

Und auch die Eltern fühlen sich schuldig, wenn IHR Kind nicht perfekt ist, nicht so funktioniert, wie die angebliche Norm. Diese Schuld wird zu Druck und neuem Stress zu Hause, die Erwartungen sind so hoch, dass eine Erfüllung eigentlich eine Unmöglichkeit bedeutet, denn es geht nicht um die Eltern, sondern einfach um ein Kind. Schuldgefühle bei Eltern führen im Weiteren zu Angst vor Sanktionen, dem Jugendamt, vor eventuellen Diagnosen, mit denen man die Kinder einzugruppieren versucht. Und Schuldgefühl gegenüber dem Lehrer, der ja wegen Ihrem Kind seinen eigentlichen Plan nicht erfüllen kann.

Und der Lehrer??? Der ist Schuld, dass der Stoff nicht in der von Erwachsenen „beschlossenen“ Zeit in das Gehirn der Kinder dringt, er ist Schuld vor seinem Chef und vor den Eltern, wenn die Noten einer Klasse unter dem „Durchschnitt“ liegen. Wenn er versucht, seine Schützlinge zu erziehen oder klare Konsequenzen zu setzen,(die es meiner Erinnerung nach früher immer gab!) , geben ihm Eltern Schuld, das Kind missachtet oder gar mißhandelt zu haben. Jeder gegen Jeden und jeder ist schuld… Na, was meinen sie nun? Ist Krankheit Folge von Sünde???? 😉

AMEN!

Was ist Gesundheit ? – Teil 3

Heute betrachten wir uns die Definition der Psychiatrie, auch dort gibt es eine eigene Sichtweise und Beschreibung von Gesundheit.

„Gesund oder normal ist derjenige, der sich vorgegebenen gesellschaftlichen Normen entsprechend verhält. “

Ähnlich wie in der Soziologie (Teil2) spielt die gesellschaftliche Dimension hier eine wichtige Rolle in Bezug auf die Gesundheit und auch wieder zeigt sich die Krux bezogen auf Normen und Orientierungsrahmen…. Halte ich mich an die Norm und die gesellschaftlichen Regeln bin ich gesund, gelingt das aus welchen Gründen auch immer nicht, bin ich krank. Das erklärt auf jeden Fall die rasante Zunahme psychischer Erkrankungen in der Statistik…. Was ist denn die gesellschaftliche Norm?

Und von welcher Gesellschaft reden wir in diesem Zusammenhang? Es gelten in verschiedenen Gesellschaften sehr unterschiedliche Normen. Nehmen wir an, aufgrund eines Trauerfalles geht jemand in Istanbul an eine Mauer, kniet hin, klagt laut und betet und jammert. Vollkommen normal, kerngesund! In Istanbul! Machen Sie das mal am Kölner Dom, da kommt der Krankentransport aber ganz schnell!!!

Und wie sieht das generell aus in einer mulit-kulti- Gesellschaft? Gibt es nun multi-kulti- Normen? Ist ein kulturell anders geprägter Mensch, der hierzulande SEINE kulturellen Normen beachtet, die aber hier nicht gelten, nun krank, z.B. alle muslimischen Frauen mit Kopftuch?

Früher galt zum Beispiel jemand, der niemandem die Hand gibt, in unseren Breitengraden als schlecht erzogen oder sich nicht der Norm entsprechend verhaltend. Heute trägt zum Beispiel die Aktion No- Handshake zu einer Keimreduktion in gewissen Organisationen und Institutionen bei und ist gesund und gewollt.

Oder wie ist es in einer alternden Gesellschaft? Und einer Gesellschaft, deren Staatskasse zunehmend finanzschwächer wird? Welche Normen gelten da? Und was ist die Norm in 20 Jahren? Welche Werte werden wichtig sein, wenn viele Alte viel Geld kosten und die wenigen Jungen dies schultern müssen? Wird Leben dann wieder nach Wert oder Unwert eingestuft? (Ich erinnere: Das gab´s schon mal hierzulande!!!)

Und wer bleibt gesund in einer Gesellschaft, in der Terror und Angst auf der Tagesordnung stehen und Meinungsfreiheit zum Nachteil wird? Und vor allem wie? Kann man sich da anpassen, davor schützen oder gar Prävention betreiben?

Wer ist nach dieser Definition nun krank und wer gesund? Das kann man nicht mehr wirklich  überblicken oder einordnen, finde ich…. Jeder verhält sich mal entgegen gesellschaftlichen Normen und das ist vollkommen normal und auch in Ordnung, solange keiner dadurch Schaden erleidet.  Außerdem wandeln sich auch Normen durch die Zeit oder durch situative Umstände. Was vor 30 Jahten galt, muss heute nicht mehr zwingend gelten. Und kann nicht auch die Gesellschaft selbst erkranken? Wenn es keine transparenten Normen gibt und/ oder auch wichtige Werte nicht mehr vermittelt oder auch geduldet werden? Ist dann der Einzelne krank oder das System? Das wäre dann wohl eine Systemkrankheit, die in den meisten bekannten Fällen langsam und schleichend beginnt, aber dann auch fast immer chronisch verläuft! 😉 Passen wir auf!!! 😉

Wieder nicht zufriedenstellend, diese Definition… Na ja…morgen schauen wir weiter!!!

Was ist Gesundheit Teil 2

Na, fühlen Sie sich gesund heute? Ja? Nein? Vielleicht? Keine Ahnung?

Und wir bleiben bei der Frage: Was ist überhaupt Gesundheit? Einer weiteren geltenden Definition nach ist Gesundheit, wenn es einem Individuum gelingt, die Rollen und Aufgaben für die es sozialisiert wurde, zu erfüllen. So sieht es zumindest der Soziologe Parson. Die Sichtweise zielt darauf ab, wie es dem Betreffenden gelingt, sich innerhalb der Gesellschaft in der eigenen Rolle zu positionieren. Doch das scheint zunehmend immer weniger zu gelingen. Schaut man genauer hin, stellt man fest, dass gerade Menschen, die perfektionistisch versuchen, dieser Anforderung gerecht zu werden, mehr und mehr gesundheitliche Folgen davontragen. Streß, Burnout und Depression sind heutzutage Auswirkungen einer solchen Sichtweise. Und welche Rollen soll man überhaupt erfüllen? Dazu ist es wichtig, dass gesellschaftliche Orientierung möglich ist. Klare Werte und Geimeinsamkeit wären Rahmenbedingungen, die nötig sind, damit man sich klar innerhalb der Gesellschaft positionieren kann und soll. Doch wo gibt´s die noch? Welche Rollenerwartungen lernen unsere Kinder, wenn sie mit G8 durch ein Schulsystem gepresst werden, in den Nachrichten eine Katastrophe die andere jagt, keiner sich verantwortlich zeigt und massenhaft Gelder in der Welt zweckentfremdet werden. Wenn Macht und Geld vorgeben, welche Energie, ob gesund oder nicht, genutzt werden soll….. Eine Krankheitswelle wird uns nach dieser Definition klar überrollen! Klar ist auch, das ein System- auch ein gesellschaftliches- immer so stark (und auch so gesund!) ist, wie das schwächste Glied oder auch die schwächste Stelle. Daher ist die Gesundheit in der Gesellschaft wohl gerade mal auf allerstärkste gefährdet und das belegen auch die Statistiken. Alle damit beschäftigen Professionen warnen seit Jahren die Politik mit erhobenem Zeigefinger, doch die hat glaube ich ein Hörproblem, oder ein kognitives (vom Denken her!) Defizit, denn scheinbar kommen viele Botschaften nicht im Zentrum des Denken und Handelns an. Welche Rolle hat jeder in einer alternden Gesellschaft? Die jungen Menschen tun mir jetzt schon leid! Sie können knüppeln bis zur Ohnmacht und müssen für sich, die eigene Familie und auch noch jeweils 3 Rentner aufkommen…. Tolle Aussichten für den Nachwuchs! Sich politisch klar zu positionieren ist auch nicht so einfach…. Wo ist da der klare Orientierungsrahmen? Wären da nicht die AFD und die Linke, die sich ganz klar positionieren, wird überall auf alle möglichen Wege koaliert (koaguliert?) und alles verschmilzt irgenwie grenzenlos. Versprechen vor der Wahl werden danach nur noch Eventualitäten und alle haben sich lieb! Was soll das? Ich brauche klare Orientierungspunkte, wenn ich mich auf den Weg begebe! Und ein Ziel, an dem ich ankommen will. Wer steigt am Bahnhof einfach in den nächsten Zug und hofft, dass er in Rom landet, weil ja alle Wege dahin führen????? Das wird ne weite und beschwerliche Reise!!!

Ist wohl was dran an der Definition, aber das allein kann Gesundheit nicht sein! Suchen wir weiter……

Was ist Gesundheit? Teil 1

Kann das jemand mit einfachen Worten erklären? Eine echt nicht leicht zu beantwortende Frage…. Wann bin ich gesund und wann krank? Wer sagt überhaupt, ob ich gesund oder krank bin? Ich? Der Arzt? Meine Nachbarin? 😉 Viele hoch bezahlte und sehr weise Fachleute haben versucht, Gesundheit oder auch Krankheit zu definieren und zu beschreiben, was dabei rauskam, ist nicht so wirklich befriedigend… Finde ich zumindest!

Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen. (WHO)

Wo bitte gehts hier nach Nirvana??? Haben wir das auf Erden schon erreicht, aber gar nicht gemerkt? VOLLKOMMENES körperliches Wohlbefinden? OK, das mag es geben. Manchmal, je nach Alter! Ab 40 nicht mehr so oft!

Geistiges? Das wird schon komplizierter! Nehmen wir an wir sind geistig total entspannt, empfinden keinerlei Streß, der Prozessor arbeitet mit Höchstleistung und alles ist rosa! Erzähl das weiter und Du landest aber mal direkt in der Psychiatrie- bei den Psychosen oder auf der Suchtstation! Oder nehmen wir die Demenz. So mancher Mensch mit Demenz fühlt sich geistig durchaus wohl, solange man ihn in seinem Geiste lässt! Das Grundprinzip der Validation. Nach dieser Definition wäre Demenz also nicht zwingend eine Krankeit, oder? Was das Umfeld dann sagt, hmmmm, bedenklich! Und mal ehrlich, treffen wir nicht tagtäglich auf so manchen sich in seiner Haut wohlfühlenden Menschen, da ist aber mal ganz sicher: das KANN NICHT gesund sein!

Soziales Wohlbefinden wäre dann da noch. Soziale Kontakte regelmäßig und angemessen aufrechterhalten und pflegen, mit der Umwelt kommunizieren und in Beziehung zueinander treten, sie aushalten können und Konflikte annehmen und auch bearbeiten wollen. Seine Umwelt selbst gestalten und sich selbst als Teil des Ganzen sehen? Hilfsbereitschaft? Wertschätzung und Akzeptanz? Wer fühlt sich denn sozial total wohl? Wenn ich mich umschaue, die Nachrichten anmache, ragen da wenige heraus, die das offen sagen. Nehmen wir Pegida. Sind die alle krank? Was ist mit so manchem Chef los, der seine Mitarbeiter schikaniert? Krank? Und wie ist das dann bei Facebook? Reicht das aus als Kontakt mit der Umwelt? Man hat jede Menge Sozialkontakte regelmäßig und boah, was wird dort mit der Umwelt kommuniziert. Triffst Du die Freunde auf der Straße oder im Supermarkt kommt kein „Hallo“ oder ähnliches… Fällt mir auf! Dachte, es wäre mein Freund. Da bin ich ganz enttäuscht. Einfach mal auf jeden zurennen, der so mit einem befreundet ist im sozialen Netzwerk, laut „He, wie gehts Dir so und was machen die Kinder?….“, das würde sicher einige ganz schön irritieren! Stell ich mir aber lustig vor…. Jedenfalls können wir schlußfolgern: Das kann Gesundheit gar nicht sein! Und die WHO hat das inzwischen selbst eingesehen und ihre Definition überarbeitet und neu formuliert. Aber das ein andermal, denn für heute qualmt mir schon nach der ersten Definition der Kopf! 😉 LG die Kranke Schwester!

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